IN BETWEEN übers Getragenwerden, Stillstehen und den Spuren die bleiben

An der Serie IN BETWEEN arbeite ich bereits seit einiger Zeit. Innerhalb von IN BETWEEN sind bereits weitere Werkserien wie FLOAT und TRACES entstanden, die sich mit unterschiedlichen Aspekten desselben Themas beschäftigen.

Wasser und Stein sind dabei wiederkehrende Elemente meiner Arbeit. Sie werden zu Metaphern für Erfahrungen, Veränderungen und die Spuren, die das Leben in uns hinterlässt.

Das Wasser steht für Bewegung. Für das Weiterfließen, für die Zeit und das Leben selbst. Der Stein dagegen kann für Beständigkeit stehen, für Schwere und Stillstand. Mal werden wir vom Leben getragen und mit seiner Strömung fortbewegt. Mal bleiben wir zurück, stehen still und beobachten, wie alles um uns herum weiterfließt.

Zwischen Bewegung und Ruhe entsteht ein Zustand des Dazwischen.

Besonders nach einem Verlust hat sich dieses Bild für mich verändert. Ich hatte das Gefühl, selbst wie ein schwerer Stein im Wasser zu liegen. Unbeweglich, während das Leben um mich herum weiterging. Menschen gingen ihren Weg, die Zeit verging, der Alltag lief weiter, während ich selbst das Gefühl hatte, an einer Stelle festzustehen.

Und doch bleibt auch ein Stein nicht unverändert.

Das Wasser fließt immer wieder über seine Oberfläche. Es trägt Partikel mit sich, hinterlässt Spuren, zeichnet Linien und Vertiefungen in das Material. Über lange Zeit verändert es seine Form. Was zunächst unverändert und unverrückbar erscheint, wird langsam von der Bewegung des Wassers geprägt.

Diese Vorstellung begleitet meine Arbeit: Erfahrungen hinterlassen Spuren. Manche sind sichtbar, andere bleiben zunächst verborgen. Manche verändern unsere Oberfläche, andere gehen tiefer.

Die Arbeiten entstehen in unterschiedlichen Medien und mit unterschiedlichen Materialien. Dabei interessiert mich gerade das Zusammenspiel von Materialität, Oberfläche und Bedeutung. Die verschiedenen Techniken ermöglichen mir, denselben Gedanken immer wieder neu zu betrachten und aus unterschiedlichen Perspektiven zu bearbeiten.

Ergänzend zu den einzelnen Arbeiten habe ich die Idee von IN BETWEEN auch in einer Installation mit Sound weitergeführt. Das Wasser, seine Bewegung und seine Geräusche werden nicht nur visuell, sondern auch akustisch erfahrbar. Der Sound schafft dabei eine weitere Ebene zwischen den Arbeiten .

 

Installation Floating (Laura Beermann) + Soundpiece zur Installation: ‚float of life‘ (Laura & Jens-Peter Beermann)

Teile der Serie wurden bereits in unterschiedlichen Ausstellungen gezeigt. Arbeiten waren unter anderem in der Serpil Neuhaus Galerie in einer Gruppenausstellung zum Thema Wasser zu sehen, im Grünen Würfel in der Ausstellung Ungezähmt sowie im Brackweder Pavillon im Rahmen einer Ausstellung mit insgesamt 17 Künstlerinnen und Künstlern, die sich ebenfalls mit dem Thema Wasser auseinandersetzte.

Einen Einblick in die Arbeiten dieser Serie gibt der Ausstellungskatalog zur Ausstellung „Wasser“ in der Serpil Neuhaus Galerie.